
Die Diskussion um eine zweite Röhre des Fäsenstaubtunnels legt schonungslos offen, was viele Bürgerinnen und Bürger seit Längerem irritiert: Ausgerechnet unsere bürgerlichen Ständeräte, die unseren Kanton mit Gewicht und Erfahrung in Bern vertreten sollten, drücken sich konsequent vor einer klaren Haltung. Statt Führung zu zeigen, liefern sie Ausflüchte.
Man hört Prüfaufträge, Zeitpläne, Sicherheitsargumente – aber kein klares Ja und kein klares Nein. Dieses Lavieren mag politisch opportun erscheinen, ist aber eines sicher nicht: verantwortungsvoll. Wer den Sitz im Ständerat einnimmt, ist nicht gewählt worden, um sich hinter Verwaltungsfloskeln zu verstecken, sondern um Position zu beziehen, gerade bei Projekten von solcher Tragweite.
Der Fäsenstaubtunnel ist kein Randthema und kein akademisches Planspiel. Er ist ein zentrales Element der Nord-Süd-Verbindung, sicherheitsrelevant und entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Schweigen oder Ausweichen schwächt nicht nur die Verhandlungsposition des Kantons, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in ihre gewählten Vertreter.
Es ist höchste Zeit, dass unsere bürgerlichen Ständeräte den Mut aufbringen, offen zu sagen, wofür sie stehen. Wer Verantwortung trägt, muss entscheiden – alles andere ist politische Bequemlichkeit auf Kosten des Kantons.
Walter Hotz Schaffhausen
